Bild & Text: Wolfgang Best
Beim Bürgerempfang der Stadt Geislingen am 18. März 2026 in der Jahnhalle wurde unsere 1. Vorsitzende Brigitte Aurbach von OB Ignazio Ceffalia für ihr langjähriges, ehrenamtliches Engagement für die Kultur in Geislingen ausgezeichnet.
Brigitte wuchs in Göppingen auf und kam 1982 nach Geislingen und stieg noch im selben Jahr aktiv bei der RÄTSCHE ein, zunächst im Veranstaltungsausschuss und ab 1984 als Mitglied des Vorstandes. Seit 2014 ist sie erste Vorsitzende unseres Vereins.
Dass die RÄTSCHE heute ein so breit gefächertes Programm bieten kann, ist der Verdienst vieler, die ehrenamtlich mitarbeiten und sich für den Verein und die Kultur in Geislingen engagieren. Es schmälert das Engagement der Mitglieder und Ehrenamtlichen sicher nicht, wenn man darauf hinweist, wie sehr Brigitte diese Entwicklung über 40 Jahre lang geprägt und gefördert hat.
Die RÄTSCHE ist ein soziokulturelles Zentrum. Wir verstehen Kultur nicht nur als die Organisation von Musik-, Theater- oder Kabarettveranstaltungen. Kultur ist das, was uns als Menschen ausmacht und wie wir zusammenleben bzw. zusammenleben wollen. Deshalb ist die RÄTSCHE auch ein Ort, an dem man selbst Kultur machen kann und wo man sich immer wieder mit den aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzen kann. Deshalb wird bei uns auch vorgelesen, vorgetragen und diskutiert, sei es über Kultur, ferne Länder oder Politik.
Wie sehr sich Brigitte Aurbach mit der Grundidee der RÄTSCHE identifiziert und sie mit Leben füllt, lässt sich seit vielen Jahren an unserem Programm ablesen, das sie wesentlich mitgestaltet. Dieses reicht von Kindertheater bis zur Staatsoper Stuttgart, die inzwischen einmal im Jahr bei uns ihr neues Programm vorstellt. Die Idee des Kunsthandwerkermarktes, seit vielen Jahren fester Bestandteil des Jahresprogramms, wurde von ihr eingebracht. Auch an der Entwicklung des Internationalen Festivals, bei dem einmal im Jahr Menschen, die aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen gemeinsam feiern und zeigen, dass ein friedliches Miteinander kein Hexenwerk ist, hat sie gemeinsam mit Rudi Ebert entwickelt.
Mehrere tausend Veranstaltungen hat die RÄTSCHE in Geislingen organisiert und viele dieser Veranstaltungen haben den Namen der Stadt weit über die Region hinausgetragen. Viele Künstlerinnen und Künstler haben ihre Karriere in Clubs wie unserem begonnen und viele hielten der RÄTSCHE auch die Treue, als sie längst bekannt waren. Dann tauchte auf dem Tourplan neben Berlin, Hamburg, Frankfurt und Zürich plötzlich Geislingen auf. Wer einmal da war, will meist wiederkommen – weil das Publikum in Geislingen so toll ist und weil die Künstlerinnen und Künstler immer so hervorragend betreut werden.
Wie sehr die RÄTSCHE in Geislingen geschätzt wird, zeigt auch die große Zahl der Mitglieder. Fast 600 sind es inzwischen, die mit ihrem Beitrag dieses vielfältige und hochwertige Programm ermöglichen.
Wer ein bisschen Einblick hat, welcher Aufwand nötig ist, um etwa 80 bis 90 Veranstaltungen im Jahr zu organisieren, hat auch eine Ahnung davon, wie viel Zeit jemand investiert, der Vereinsvorstand ist, im Veranstaltungsausschuss nicht nur mitredet sondern selbst Veranstaltungen plant und betreut und es dann auch noch schafft, Menschen für Dienste zu motivieren sei es für Kasse, Theke, Biergarten oder für Pflege- und Reparaturarbeiten.
Man darf es ruhig sagen: Das ist weitaus mehr, als man von einem Ehrenamt erwarten darf. Und dennoch bewältigt Brigitte dieses Pensum seit vielen Jahren, weil sie für diesen Verein und dessen Idee von Kultur brennt. Das ist gerade in einer Stadt wie Geislingen, die vielfältige Probleme und wenig Geld hat, nicht hoch genug einzuschätzen.
Wir freuen uns deshalb sehr, dass dieses Engagement auch bei der Stadt wahrgenommen wird und jetzt beim Bürgerempfang gewürdigt wurde.
Wir gratulieren unserer 1. Vorsitzenden ganz herzlich zu dieser Auszeichnung!
Die Vorstandskolleginnen und -kollegen der RÄTSCHE
P.S.: Neben Brigitte Aurbach wurden beim Bürgerempfang weitere Menschen geehrt, die sich ehrenamtlich in der Stadt engagieren, zum Beispiel die „Omas gegen Rechts“, die Bürgerinitiative „Clean up Geislingen“ und Mitglieder der Bergwacht, der Luftrettung und des Roten Kreuzes.